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Aktuelle Arbeit

Die Hauptaufgabe der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist der Aufbau der neuen Kulturinstitution. Im Vordergrund steht dabei die Konzipierung und Umsetzung der Dauerausstellung zum Thema Flucht und Vertreibung im Europa des 20. und 21. Jahrhunderts und weltweit.

Die Bibliothek, die Sammlung und das Archiv sind dabei schon jetzt für die Öffentlichkeit zur Forschung oder aktiven Teilhabe zugänglich. Eigene Veranstaltungen und zahlreiche Kooperationen dienen der wissenschaftlichen Vernetzung und gewähren einen Einblick in die Themen und die Arbeit der Stiftung.

Informationen zu den aktuellen Neuigkeiten aus der Stiftung finden Sie im Folgenden.

Erinnerungen an die »Cap Anamur«

Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung führt und archiviert Interviews mit Zeitzeugen. Für die Dauerausstellung interviewt das Stiftungsteam derzeit Menschen, die zwischen 1945 und 1990 in Folge von Flucht und Vertreibung ihre Heimat verloren.

Eine von ihnen ist Huyen Tran Chau: Sie floh kurz vor Weihnachten 1981 auf einem Fischerboot aus Südvietnam und wurde von der »Cap Anamur« gerettet.

Seit vielen Jahren lebt die Künstlerin in Goslar und hat im Harz eine neue Heimat gefunden. Für die Weihnachtspost der Stiftung schnitzte sie Fische aus Obst und Gemüse, die sie mit ihrer Zeit auf dem Rettungsschiff »Cap Anamur« verbindet.

Schauen Sie Huyen Tran Chau dabei zu, wie sie eine Zwiebel verwandelt:

Der Journalist Rupert Neudeck und seine Frau Christel Neudeck gründeten 1979 das Komitee »Ein Schiff für Vietnam«. Noch im selben Jahr stach der erste Rettungsfrachter in See. Die Besatzungen der »Cap Anamur« nahmen tausende sogenannte Boat People aus dem südchinesischen Meer auf. In Interviews zu seiner Arbeit verwies Rupert Neudeck wiederholt auf seine eigene Erfahrung: Anfang 1945 war er als Fünfjähriger mit seiner Mutter und seinen vier Geschwistern aus Danzig geflohen.Der Vietnamkrieg endete 1975 mit dem Sieg des kommunistischen Nordvietnams und dessen Besetzung des südlichen Landesteils. Die folgende Willkürherrschaft, Umerziehungslager und der Krieg zwischen Vietnam und Kambodscha seit Ende 1978 trieben hunderttausende Südvietnamesen zur Flucht. Mindestens 250.000 Menschen verloren dabei ihr Leben, die meisten von ihnen ertranken im Meer. Die »Cap Anamur« konnte 10.395 Bootsflüchtlinge retten.Huyen Tran Bui (verh. Chau) wuchs in der Stadt Vinh Long auf. Als Tochter eines Beamten der vormaligen südvietnamesischen Regierung blieb ihr trotz des Abiturs ein Studium verwehrt. Ihrem minderjährigen Bruder Anh Tuan drohte die Einberufung als Soldat im Krieg zwischen Kambodscha und Vietnam. Aus Angst um das Leben ihrer Kinder bewegten die Eltern die beiden zu einer gefährlichen Flucht.Am 16. Dezember 1981 begaben sich Huyen Tran Bui und ihr Bruder mit 46 anderen Flüchtlingen in einem Fischerboot auf die Flucht. Kurz vor Weihnachten wurden sie von der »Cap Anamur« gefunden und aufgenommen. Das Geschwisterpaar verbrachte mehrere Wochen auf dem Frachter und erlebte die Rettung zahlreicher weiterer Bootsflüchtlinge. Schließlich brachte die »Cap Anamur« knapp 300 Menschen in ein Lager auf der philippinischen Insel Palawan.Nach sechs Monaten auf Palawan wurden Huyen Tran Bui (im blauen Hemd), ihr Bruder und ihr späterer Ehemann, den sie dort kennenlernte, für eine Einreise in die Bundesrepublik bestimmt und in ein Lager auf der Insel Bataan verlegt. Dort verbrachten sie weitere sechs Monate. In Vorbereitung auf ihr Leben in der Bundesrepublik erhielten sie Unterricht zur deutschen Kultur und Sprache. Die meisten der Bootsflüchtlinge auf dem Foto leben heute in den USA und in Australien.Huyen Tran Bui landete im Januar 1983 auf dem Flughafen Stuttgart. Ihren künftigen Ehemann Thanh Liem Chau traf Huyen Tran Bui nach einigen Monaten bei einem Deutschkurs der »Otto-Benecke-Stiftung« in Heilbronn wieder. Sie heirateten 1992 in Ulm.Huyen Tran Bui machte 1987 ihr deutsches Abitur und studierte anschließend Chemie an der Universität Ulm, nachdem ihr das Studium in Südvietnam verwehrt worden war. Mittlerweile lebten ihre Eltern und ihre Geschwister aufgrund einer Familienzusammenführung ebenfalls in der Bundesrepublik.Huyen Tran Chau arbeitet seit vielen Jahren als Künstlerin und Kunstgeragogin. Ihre geschnitzten Werke wurden zum Beispiel in Ausstellungen im Stadtmuseum Hameln, »Die Sagenwelt der Brüder Grimm« (2017), und im Kartoffelmuseum München, »Frau Holle, Wagner und die Kartoffeln« (2013), präsentiert. Sie leitet seit 2016 die »Kulturwerkstatt Jürgenohl« in Goslar und arbeitet in künstlerischen Projekten mit Flüchtlingen.Im November 2019 gab Huyen Tran Chau der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ein Interview, das in der künftigen Dauerausstellung präsentiert wird. Sie erinnert darin an ihre Flucht, ihre Rettung durch die »Cap Anamur« und berichtet von ihren Lebenserfahrungen in Deutschland.Kontakt zur Künstlerin Huyen Tran Chau: huyentranchau1@gmail.com
Der Journalist Rupert Neudeck und seine Frau Christel Neudeck gründeten 1979 das Komitee »Ein Schiff für Vietnam«. Noch im selben Jahr stach der erste Rettungsfrachter in See. Die Besatzungen der »Cap Anamur« nahmen tausende sogenannte Boat People aus dem südchinesischen Meer auf. In Interviews zu seiner Arbeit verwies Rupert Neudeck wiederholt auf seine eigene Erfahrung: Anfang 1945 war er als Fünfjähriger mit seiner Mutter und seinen vier Geschwistern aus Danzig geflohen.
Rupert Neudeck und Huyen Tran Chau bei einem Festakt für die »Cap Anamur«, 2014 © Huyen Tran Chau; Foto: Privat
Der Journalist Rupert Neudeck und seine Frau Christel Neudeck gründeten 1979 das Komitee »Ein Schiff für Vietnam«. Noch im selben Jahr stach der erste Rettungsfrachter in See. Die Besatzungen der »Cap Anamur« nahmen tausende sogenannte Boat People aus dem südchinesischen Meer auf. In Interviews zu seiner Arbeit verwies Rupert Neudeck wiederholt auf seine eigene Erfahrung: Anfang 1945 war er als Fünfjähriger mit seiner Mutter und seinen vier Geschwistern aus Danzig geflohen.
Der Vietnamkrieg endete 1975 mit dem Sieg des kommunistischen Nordvietnams und dessen Besetzung des südlichen Landesteils. Die folgende Willkürherrschaft, Umerziehungslager und der Krieg zwischen Vietnam und Kambodscha seit Ende 1978 trieben hunderttausende Südvietnamesen zur Flucht. Mindestens 250.000 Menschen verloren dabei ihr Leben, die meisten von ihnen ertranken im Meer. Die »Cap Anamur« konnte 10.395 Bootsflüchtlinge retten.
Bootsflüchtlinge auf der »Cap Anamur«, 1986 © Cap Anamur Deutsche Not-Ärzte e.V.; Foto: Jürgen Escher
Der Vietnamkrieg endete 1975 mit dem Sieg des kommunistischen Nordvietnams und dessen Besetzung des südlichen Landesteils. Die folgende Willkürherrschaft, Umerziehungslager und der Krieg zwischen Vietnam und Kambodscha seit Ende 1978 trieben hunderttausende Südvietnamesen zur Flucht. Mindestens 250.000 Menschen verloren dabei ihr Leben, die meisten von ihnen ertranken im Meer. Die »Cap Anamur« konnte 10.395 Bootsflüchtlinge retten.
Huyen Tran Bui (verh. Chau) wuchs in der Stadt Vinh Long auf. Als Tochter eines Beamten der vormaligen südvietnamesischen Regierung blieb ihr trotz des Abiturs ein Studium verwehrt. Ihrem minderjährigen Bruder Anh Tuan drohte die Einberufung als Soldat im Krieg zwischen Kambodscha und Vietnam. Aus Angst um das Leben ihrer Kinder bewegten die Eltern die beiden zu einer gefährlichen Flucht.
Die 17-jährige Huyen Tran Bui in Vinh Long, Südvietnam, 1980 © Huyen Tran Chau, Foto: Privat
Huyen Tran Bui (verh. Chau) wuchs in der Stadt Vinh Long auf. Als Tochter eines Beamten der vormaligen südvietnamesischen Regierung blieb ihr trotz des Abiturs ein Studium verwehrt. Ihrem minderjährigen Bruder Anh Tuan drohte die Einberufung als Soldat im Krieg zwischen Kambodscha und Vietnam. Aus Angst um das Leben ihrer Kinder bewegten die Eltern die beiden zu einer gefährlichen Flucht.
Am 16. Dezember 1981 begaben sich Huyen Tran Bui und ihr Bruder mit 46 anderen Flüchtlingen in einem Fischerboot auf die Flucht. Kurz vor Weihnachten wurden sie von der »Cap Anamur« gefunden und aufgenommen. Das Geschwisterpaar verbrachte mehrere Wochen auf dem Frachter und erlebte die Rettung zahlreicher weiterer Bootsflüchtlinge. Schließlich brachte die »Cap Anamur« knapp 300 Menschen in ein Lager auf der philippinischen Insel Palawan.
Flucht über das südchinesische Meer und Rettung durch die »Cap Anamur«, Dezember 1981 © Cap Anamur Deutsche Not-Ärzte e.V.; Foto (1981): Gert Kindermann, Arzt auf der Cap Anamur
Am 16. Dezember 1981 begaben sich Huyen Tran Bui und ihr Bruder mit 46 anderen Flüchtlingen in einem Fischerboot auf die Flucht. Kurz vor Weihnachten wurden sie von der »Cap Anamur« gefunden und aufgenommen. Das Geschwisterpaar verbrachte mehrere Wochen auf dem Frachter und erlebte die Rettung zahlreicher weiterer Bootsflüchtlinge. Schließlich brachte die »Cap Anamur« knapp 300 Menschen in ein Lager auf der philippinischen Insel Palawan.
Nach sechs Monaten auf Palawan wurden Huyen Tran Bui (im blauen Hemd), ihr Bruder und ihr späterer Ehemann, den sie dort kennenlernte, für eine Einreise in die Bundesrepublik bestimmt und in ein Lager auf der Insel Bataan verlegt. Dort verbrachten sie weitere sechs Monate. In Vorbereitung auf ihr Leben in der Bundesrepublik erhielten sie Unterricht zur deutschen Kultur und Sprache. Die meisten der Bootsflüchtlinge auf dem Foto leben heute in den USA und in Australien.
In den Lagern auf den philippinischen Inseln Palawan und Bataan, 1982 © Huyen Tran Chau; Foto: Privat
Nach sechs Monaten auf Palawan wurden Huyen Tran Bui (im blauen Hemd), ihr Bruder und ihr späterer Ehemann, den sie dort kennenlernte, für eine Einreise in die Bundesrepublik bestimmt und in ein Lager auf der Insel Bataan verlegt. Dort verbrachten sie weitere sechs Monate. In Vorbereitung auf ihr Leben in der Bundesrepublik erhielten sie Unterricht zur deutschen Kultur und Sprache. Die meisten der Bootsflüchtlinge auf dem Foto leben heute in den USA und in Australien.
Huyen Tran Bui landete im Januar 1983 auf dem Flughafen Stuttgart. Ihren künftigen Ehemann Thanh Liem Chau traf Huyen Tran Bui nach einigen Monaten bei einem Deutschkurs der »Otto-Benecke-Stiftung« in Heilbronn wieder. Sie heirateten 1992 in Ulm.
Ankunft und Neuanfang in der Bundesrepublik, 1983 © Huyen Tran Chau; Foto: Privat
Huyen Tran Bui landete im Januar 1983 auf dem Flughafen Stuttgart. Ihren künftigen Ehemann Thanh Liem Chau traf Huyen Tran Bui nach einigen Monaten bei einem Deutschkurs der »Otto-Benecke-Stiftung« in Heilbronn wieder. Sie heirateten 1992 in Ulm.
Huyen Tran Bui machte 1987 ihr deutsches Abitur und studierte anschließend Chemie an der Universität Ulm, nachdem ihr das Studium in Südvietnam verwehrt worden war. Mittlerweile lebten ihre Eltern und ihre Geschwister aufgrund einer Familienzusammenführung ebenfalls in der Bundesrepublik.
Abitur und Studium © Huyen Tran Chau; Foto: Privat
Huyen Tran Bui machte 1987 ihr deutsches Abitur und studierte anschließend Chemie an der Universität Ulm, nachdem ihr das Studium in Südvietnam verwehrt worden war. Mittlerweile lebten ihre Eltern und ihre Geschwister aufgrund einer Familienzusammenführung ebenfalls in der Bundesrepublik.
Huyen Tran Chau arbeitet seit vielen Jahren als Künstlerin und Kunstgeragogin. Ihre geschnitzten Werke wurden zum Beispiel in Ausstellungen im Stadtmuseum Hameln, »Die Sagenwelt der Brüder Grimm« (2017), und im Kartoffelmuseum München, »Frau Holle, Wagner und die Kartoffeln« (2013), präsentiert. Sie leitet seit 2016 die »Kulturwerkstatt Jürgenohl« in Goslar und arbeitet in künstlerischen Projekten mit Flüchtlingen.
Künstlerin und Kunstgeragogin © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Huyen Tran Chau arbeitet seit vielen Jahren als Künstlerin und Kunstgeragogin. Ihre geschnitzten Werke wurden zum Beispiel in Ausstellungen im Stadtmuseum Hameln, »Die Sagenwelt der Brüder Grimm« (2017), und im Kartoffelmuseum München, »Frau Holle, Wagner und die Kartoffeln« (2013), präsentiert. Sie leitet seit 2016 die »Kulturwerkstatt Jürgenohl« in Goslar und arbeitet in künstlerischen Projekten mit Flüchtlingen.
Im November 2019 gab Huyen Tran Chau der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ein Interview, das in der künftigen Dauerausstellung präsentiert wird. Sie erinnert darin an ihre Flucht, ihre Rettung durch die »Cap Anamur« und berichtet von ihren Lebenserfahrungen in Deutschland.
Erinnerungen an die »Cap Anamur«, Berlin 2019 © Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Barbara Kurowska
Im November 2019 gab Huyen Tran Chau der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ein Interview, das in der künftigen Dauerausstellung präsentiert wird. Sie erinnert darin an ihre Flucht, ihre Rettung durch die »Cap Anamur« und berichtet von ihren Lebenserfahrungen in Deutschland.
Kontakt zur Künstlerin Huyen Tran Chau: huyentranchau1@gmail.com
© Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Foto: Thomas Bruns
Kontakt zur Künstlerin Huyen Tran Chau: huyentranchau1@gmail.com
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